Benefizkonzert in St. Christophorus
Romantische Musik für Wärmestube 20.10.2001
Das Sinfonieorchester des Johannes-Kepler-Gymnasiums ließ die zahlreichen Zuhörer am Sonntagabend in St. Christophorus in Wangen in Melodien der Romantik träumen. Die dunklen Töne, die immer wieder die romantische Tonflut zu durchbrechen schienen und das Böse einer Weberschen Wolfschlucht ahnen ließen, passten so recht in unsere Zeit. Das Teilen mit dem Nächsten, den Armen zu helfen, durch die Wärmestube für Wohnsitzlose, einem Projekt der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden in Zusammenarbeit mit der Stadt Stuttgart, setzt dabei ein Zeichen in eine vom Terror erschreckten und verschreckten Welt. Am Anfang des Konzertes stand D. Cimarosas (1749 - 1801) Konzert für G-Dur für zwei Flöten. Rainer Pabel und Roland Morlock ließen mal die Töne quirlig sprudeln und dann wieder wie Farbtupfer durch den Kirchenraum schweben. Die Zuhörer waren gefangen. Zwei Solokonzerte für Viola und Konzerte vorgetragen von dem Solisten Cosmas Grieneisen folgten. Carl Stamitzs (1745 - 1801) Konzert für Viola und Orchester D-Dur Op. 1 im Stil der 2. Generation der Mannheimer Schule bestach durch die warmen einschmeichelnden dunklen Töne der Viola, während in C.M. v.Webers (1786 - 1826) Andante und Rondo ungares für Viola und Orchester immer wieder das feurige Element der Zigeunerweisen in die romantische Grundstimmung einbrach und reizvoll mit den langsamen beschwichtigenden Tönen kontrastierten. Cosmas Grieneisen Cosmas Grieneisen begeisterte durch die Vielfalt der Klangfarben, die er bei seiner Interpretation der Konzerte seinem Instrument zu entlocken verstand. Spielerisch schien das Ganze. Nur die Fülle der Klänge ließ die Schwere der mit Leichtigkeit vorgetragenen Werke ahnen. Unter der Leitung von Dietrich Müller hat sich das Sinfonieorchester des Johannes-Kepler-Gymnasiums stetig weiter entwickelt und überrascht seine treuen Freunde immer wieder mit völlig Neuem. So auch dieses Mal mit dem Abschlussstück von J.V. Vorisek (1791- 1826) , einem Andante und Scherzo aus der Sinfonie D-Dur. Das Andante erinnerte mit seinen kontemplativen Motiven an die Gefühlstiefe Beethovens, das Scherzo war kühn und schlagkräftig hingeworfen und verleitete die Zuhörer zu kräftigem Applaus und zu großzügigen Spenden, von dem die reich gefüllten Spendenkörbchen für die Wärmestube am Ausgang zeugten.
Martin Sauer
Stuttgart-Bad Cannstatt