Die Löwen sind los
Oder waren es nicht doch eher die Hyänen, die am Abend des 10. und 11. Novembers in der spannenden und farbenfrohen Aufführung des Königs der Löwen am Johannes-Kepler- Gymnasium das Chaos und die Not in das Reich der königlichen Tiere brachten. Mit viel Spielfreude, farbenprächtigen Kostümen und selbstverfassten, witzigen Dialogen entführten Chor und Theater AG die begeisterten Zuschauer nach Afrika. Ein durchdringender Ruf zerriss das Dunkel des Musiksaals und warf das Publikum mitten in das Geschehen. Unter der Leitung von Frau Gießler ließ der Chor die bekannten Lieder des Musikfilms „Der König der Löwen“ lebendig werden, genau und gut den Werdegang des kleinen Löwen skizzierend, wie er nach einigen Wirren in die Fußstapfen seines Vaters tritt und wieder für Ordnung im Reich der Löwen sorgt. Solistische, ins Spiel integrierte Auftritte einzelner Sängerinnen und Sänger, einfühlend am Keyboard begleitet von Frau Gießler und Lion Schöpfer (Stufe 13) setzten zusätzliche Akzente und verstärkten so noch die Aussage des Stücks. Die Sonne geht auf. Die Tiere im afrikanischen Busch begrüßen den neuen Morgen und freuen sich am Glück der Löwenfamilie. Der kleine Löwe Simba (Marvin Sontheimer, 7b) ist geboren und wächst schnell heran. Sehr zum Leidwesen seines Onkels Scar (Philip Sliskovic, 8b), der seine Hoffnung, selbst König zu werden, nach der Geburt des Thronfolgers begraben muss. Doch Mufasa, der Löwenkönig (Robin Rösslein, 8b), der seinem Sohn stolz das Land zeigt, über das er einmal herrschen wird, ist blind für die Machtgier und das Ränkespiel seines Bruders Scar. Gerade noch rechtzeitig kann er seinen kleinen Sohn aus den Fängen der Hyänen retten, die den unbedarften Abenteurer und seine Freundin Nala (Anna-Marie Schweizer, 8b) nach misslungener Flucht in schmackhafte Braten verwandeln wollen. Etwas kleinlaut erklärt Simba seinem Vater, er habe zeigen wollen, dass er auch so viel Mut habe wie sein Vater. „Man riskiert nicht unnötig sein Leben“, antwortet ihm der weise Vater, „denn er habe auch Angst und zeige Mut nur, wenn das Handeln unumgänglich ist.“ Leider hört der kleine Löwe nicht zu und lässt sich wieder von seinem Onkel zu einem waghalsigen Unternehmen hinreißen, das Scar nutzt, um den verhassten Bruder zu ermorden und diesen inszenierten Mord auch noch dem kleinen Simba in die Schuhe zu schieben, der gerade noch rechtzeitig fliehen und so sein Leben retten kann. In den Jahren des Exils lehren das pfiffige Erdhörnchen (Lukas Leili, 7b) und das gemütlich lockere Warzenschwein (René Nacke, 7b) Simba ihre coole und sorgenfreie Lebensauffassung, das Hakuna Matata, so dass er fasst vergisst, dass er ein Löwe ist. Doch endlich kehrt sich alles zum Guten. Der kleine groß gewordene Löwe kehrt zurück und führt das vom Onkel geknechtete Land zurück ins Glück. Der Kreis des Lebens ist wieder geschlossen. Zwei Stunden lang ließen sich die Zuschauer von dieser keplerschen Disney-Traum-welt fesseln und gefangen nehmen, ehe sie die jungen Darsteller und ihre Regisseurin Ingrid Scheiber und den Chor geradezu mit Applaus überschütteten.Drei überzeugende Theateraufführungen in einem Jahr – zu diesen gelungenen Darbietungen kann man der Schule nur gratulieren.
Stuttgart-Bad Cannstatt