Vom Feuerwerk bis zur Wiener Serenade
Wenn die Noten und das Instrument den Spieler verdecken, ein Geiger Prokofjews Solosonate wie ein Großer spielt, und manche Töne schon fast atemlos entstehen, ja dann ist man beim Konzert des Kammermusikkreises des Johannes-Kepler-Gymnasiums. Oder besser war, denn dieses reizvolle Konzert fand am 8. März im Musiksaal der Schule statt. Dietrich Müller hatte mit seinen jungen Schülerinnen und Schülern einen breiten musikalischen Bilderbogen gespannt, von Händels Feuerwerkmusik bis zu den jazzigen Klängen amerikanischer Melodien, ein Bogen, den Schüler und Schülerinnen der Klassenstufen 5 bis 13 gestalteten. Zusammengehalten durch den gemeinsamen Auftritt am Anfang und Ende ließ Dietrich Müller die Zuhörer in vielfarbigen solistischen Auftritten spüren, mit welcher Begeisterung alle bei der Sache sind und wie schwer der Weg zum großen Solisten ist. Köstliche Passagen jünger Künstler, bei denen die Anstrengung, die Freude und die Erleichterung über einen gelungenen Vortrag für jeden Hörer greifbar wurde, wechselten ab mit den zentralen Solostücken: Matthias Müller erstaunte mit dem Moderato einer Solosonate Prokofjews, die er mit sicherem Gespür für die Reize doppelgriffiger Passagen vortrug, und Judith Bäuerle ließ ihr Cello mit geschmeidig warmen Klängen des Intermezzos aus E. Lalos Violoncellokonzerts d-moll die Anwesenden in romantische Gegenden entführen. Begeisterter Beifall und die Forderung einer Zugabe zeigte den jungen Künstlern, dass sie mit ihrem Auftreten und ihrer Arbeit auf dem richtigen Weg sind, eine neue Musiktradition am Johannes-Kepler-Gymnasium zu schaffen. Dafür gebührt allen recht herzlicher Dank.
Stuttgart-Bad Cannstatt