Quirlig gekonntes Spiel
Sinfoniekonzert des Johannes-Kepler-Gymnasiums
Quirlige, einschmeichelnde Töne der Soloflöten sprudelten beim Sinfonie-Konzert des Johannes-Kepler-Gymnasiums kürzlich durch die Stadtkirche, sonnig und warm genau so wie das Wetter. Den Anfang bildete Georg Friedrich Händels Konzert für Orgel und Orchester Nr. 8 A-Dur op.7 Nr.2, bei dem der Reiz im Wechselspiel zwischen den immer wieder eingestreuten konzertanten Orgelteilen - an der Orgel Hildegund Treiber - und dem Orchester lag. Durch geschickte Registrierung entstand so zusätzlich ein dynamisch packendes Raumerlebnis. Glucks Ouvertüre zur Oper "Iphigenie in Aulis" ließ mit den wuchtig vorgetragenen drei Themen sicher bei manchem Zuhörer in der Stadtkirche die Erinnerung an Goethes Iphigenie wach werden, die Erinnerung an den Konflikt bei der Suche nach dem wahren Menschsein, das leere, starre grausame Riten überwindet. Diesen Konflikt verstand die Musik dem Gefühl der Hörer nahe zu bringen. Dieser Ansturm an Gefühlen wurde durch Cimarosas Konzert G-Dur für zwei Flöten geradezu besänftigt. Cimarosa, ein Opernkomponist, versteht es mit seinen Rokoko-Motiven die Zuhörer geradezu nach Arkadien zu entführen. In der Stadtkirche Bad Cannstatt Besonders im Largo-Satz lockten, schmeichelten und besänftigten die warmen Töne der Solisten Rainer Pabel und Roland Morlock. Es war ein Genuss, sich von diesem Fluss der Musik wiegen zu lassen. Franz Schuberts Sinfonie Nr. 4 c-moll, genannt die Tragische, rundete das gelungene Konzert unter der Leitung von Dietrich Müller ab. In ihm setzte Schubert an Beethoven erinnernde Sfozandi geschickt gegen Wiener Melodien zu einem geglückten Kontrast, der bei vielen Zuhörern ein tänzerisches Zucken in den Beinen auslöste. Diese Wohlgestimmtheit begleitete die zahlreich erschienenen Zuhörer in der Stadtkirche dann auch am Ende beschwingt auf ihrem Weg nach Hause.
Stuttgart-Bad Cannstatt